Friedenskirche Köln-Ehrenfeld

Wohnzimmer Ehrenfeld

Die Friedenskirche sehen wir nicht nur als liturgischen Ort, sondern auch als „Wohnzimmer Ehrenfeld“ (Zitat Pfr. Stefan Tross). Mit diesen Leitbildern haben wir die Transformation und Sanierung der Friedenskirche in Köln-Ehrenfeld bearbeitet. Von innen nach außen schauend schlagen wir die Öffnung des Kirchenraums und eine stärkere Verknüpfung mit dem Veedel vor.

Raum und Nutzung

Der Kirchenraum wird atmosphärisch durch den sorgfältigen Einsatz von Material und Farbe gestärkt und auf unterschiedliche Nutzungen vorbereitet. Die Ergänzung der bauzeitlichen Emporenfigur ermöglicht veränderbare Raumgrößen und unterstützt unterschiedlichste Raumzuschnitte. Zusätzliche Plätze auf der Empore stehen an hohen Feiertagen zur Verfügung, während im Erdgeschoss ein kleinerer Raum entstehen kann. Zwei mit Eichenholz bekleidete Einbauten schaffen die notwendige Infrastruktur für vielfältige Formate – vom Gottesdienst bis zum Puppentheater. Ein System transluzenter Vorhänge erlaubt eine flexible Anpassung von Raumgröße und Nachhallzeit für 12 bis 200 Personen. So entsteht ein „atmender“ Raum, der liturgische Formate ebenso wie Veranstaltungen, Workshops oder Ausstellungen aufnehmen kann.

Altar, Ambo und Taufstele sind als leichte, modulare Holzmöbel konzipiert. Sie können einzeln oder als Ensemble genutzt werden. Durchdringungen bilden räumlich ein Kreuz, das erst beim näheren Betrachten sichtbar wird. Die hölzernen Hohlkörper ermöglichen eine leichte Beweglichkeit; der Ambo ist höhenverstellbar.

Kirche und Quartier

Der historische Haupteingang bleibt die bedeutungsvolle Adresse der Kirche und wird durch zwei seitliche, niedrigschwellige Zugänge ergänzt. Die Glastüren ermöglichen Ein- und Ausblicke, stärken die Verbindung zwischen Kirchenraum und Veedel und verbessern zugleich die Barrierefreiheit sowie den vorbeugenden Brandschutz. Im Bereich des Portals schlagen wir – soweit konstruktiv möglich – die Wiederherstellung der ursprünglichen Doppeltüranlage vor. Eine ergänzte Stütze nimmt die historische Raumgliederung auf und stärkt die Mittelachse.

Bestand und Weiterbauen

Die Wiederverwendung von Material und Bauteilen verstehen wir als Beitrag zur Bauwende und zur Bewahrung der Schöpfung. Aus dem vorhandenen Naturstein entsteht eine neue terrazzoartige Bodenfläche, Brüstungsteile der Empore werden präzise wiederverwendet und die Kirchbänke zu mobilen Sitzmöbeln umgearbeitet.

Die neue Fassung des Kirchenraums respektiert den Bestand in größtmöglichem Maße. Ergänzte Materialien und Bauteile greifen die Struktur des Bestandes auf und schreiben sie als zeitgenössische Ergänzung fort. Einbauten entstehen in Holzständerbauweise, die Emporenergänzung als Stahlkonstruktion, Bodenflächen in Chor und Empore erhalten Eichenholz. Das Materialkonzept reduziert die Vielfalt auf wenige, hochwertige Materialien – Naturstein, Eichenholz, lackierten Stahl und helle Vorhänge – und schafft so eine ruhige, warme und zeitgemäße Atmosphäre.

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